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Rhein Zeitung Online | 9.Juni 2007
Positives Fazit der Zusammenarbeit
Mallorca/Mainz - Fast ein halbes Jahr lang hat der FSV Mainz 05 die Hilfe der beiden Mentaltrainer Albrecht Henze und Steffen
Thorhold in Anspruch genommen. Unter dem Strich steht für den Klub der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga , doch alle Beteiligten werten die gemeinsame Arbeit als Erfolg.

Albrecht Henze und Steffen Thorhold haben ein positives Fazit gezogen. Für eine erfolgreichere Mentalcoachingmaßnahme fehlte in der Bundesliga-Rückrunde die Zeit.
Seit dem Winter-Trainingslager in Andalusien hat der FSV Mainz 05 auf die Hilfe der Mentaltrainer
Albrecht Henze (Bahia Azul/Mallorca) und Steffen Thorhold (Braunsbedra) gebaut. Unterm Strich steht: Der Klub ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Dennoch werten Trainer Jürgen Klopp
und Albrecht Henze die Arbeit nach dem "Win Power Prinzip" als Erfolg.
"Stellt die Spieler auf reset"
"Wir hatten eine klar definierte Aufgabe", erklärt der auf Mallorca lebende Henze im MRZ
-Gespräch. "Die lautete nach der desolaten Hinrunde: 'Stellt die Spieler auf reset'." Zu deutsch:
Die negativen Emotionen nach nur elf Punkten aus der Vorrunde sollten abgebaut werden, damit die schwere Rückrunde nicht von den nachhaltig wirkenden Misserfolgserlebnissen behindert wird.
"Das haben wir individuell geschafft, mannschaftlich nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt", sagt
Henze. Der es schon als Erfolg wertet, dass sich 80 Prozent aller Spieler aus dem 05-Kader am Mentalprogramm beteiligt haben.
Vergangenheitsbewältigung
Die Mentaltrainer sind vorgegangen nach einem Zwei-Phasen-Modell. Im Winter-Trainingslager
begann im ersten Schritt die Vergangenheitsbewältigung. Da ging es um das Eigenbild eines jeden Spielerindividuums. Das eigene Versagen wurde thematisiert, die in der Seele tobende
individuelle Mitschuld am sportlichen Misserfolg, es ging auch um private Sorgen und Nöte, "die", so Henze", "oft symbiotisch zusammenhängen mit den sportlichen Problemen".
Neue gedankliche Regularien
Im zweiten Schritt ging es um die Auflösung alter Glaubenssätze, alter Überzeugungen und
Selbsteinschätzungen, die ersetzt werden mussten durch neue gedankliche Regularien, "die", so
Henze, "innerlich frei machen, Hemmungen abbauen, Erfolg wieder ermöglichen". Letzteres hat dann zu tun mit mentalem Training. Auch immer wieder im Hinblick auf das nächste, nervlich
belastende Abstiegskampfspiel.
Ganz wichtig für die beiden Mentaltrainer war das Feedback durch die 05-Profis. Hat die Methode
funktioniert? Bringt der Profi die Disziplin und die Zeit auf für das mentale Training? Am Bruchweg waren die Mentalcoaches von der Mitarbeit der Spieler begeistert.
Umsetzung von Gedanken in Motorik
Dominant im Sport, so Henze, sei die Umsetzung von Gedanken in Motorik. Da geht es um die verschiedenen Wahrnehmungsebenen. Henze und Thorhold arbeiten nach einer
Visualisierungs–technik: Kann sich ein Spieler grundsätzlich in verschiedenen Situationen vor dem Spiel, während des Spiels und auch nach dem Spiel (was schon wieder Auswirkungen haben
kann auf die nächste Partie) wahrnehmen, sehen? Beispiele: Nervosität vor einem Spiel, Konzentrationsvermögen kurz vor dem Anpfiff, Erwartungshaltung der Zuschauer, Lärm im
Stadion, Emotionen bei wie auch immer gearteten Spielständen.
Diese Faktoren angemessen kanalisieren zu können, "dafür gibt es mentale Übungen", sagt
Henze, "außerhalb des Platzes, auch auf dem Platz". Dies sei kein Ereignis, sondern ein Vorgang, eine permanente Weiterentwicklung durch permanentes, im Idealfall tägliches Üben.
Am Bruchweg sei bei den Spielern ein permanentes Interesse da gewesen. Im Gespräch, auch
per Telefonkontakt oder per E-Mail. "Die Offenheit der Spieler uns gegenüber war großartig", so Henze. "Es gab überhaupt keine Scheu, auch weil die Spieler wussten, dass nichts an die
Öffentlichkeit dringt. Da haben sich richtige Freundschaften entwickelt, ohne dass dies in Abhängigkeiten ausgeartet wäre."
Am Ende hätten letztlich nur ein, zwei mehr gewonnene Spiele gefehlt zum vollen Erfolg. Da muss
Henze konstatieren, dass mit jeder Niederlage mehr alte Mißerfolgscodierungen wieder aufgebrochen seien. Die Spieler sollten diese alten Reflexe nicht mehr zulassen. Das hätte sich
dann letztlich, davon ist Henze überzeugt, nur über mannschaftliche Mentalarbeit durchsetzen
lassen. "Doch das wollte der Trainerstab nicht", erklärt Henze. "Dafür habe ich volles Verständnis
, denn dafür war die Rückrunde zu kurz. Da greifen die Mentaltrainer in das ursächliche Aufgabengebiet des sportlichen Trainers ein, und das muss über einen längeren Zeitraum vorbereitet sein."
"Keine richtige Flamme entzündet"
Darüber hinaus sei es sicher von Nachteil gewesen, dass sich fünf Spieler nicht am
Mentalprogramm beteiligt haben ("wegen früherer schlechter Erfahrungen mit Mentalcoaches").
Im Rückblick wertet Henze es definitiv als Manko, "dass wir keinen Einfluss auf die
gruppendynamischen Prozesse nehmen konnten". Man habe Einfluss nehmen können auf die Optimierung der einzelnen Personen. "aber jede Mannschaft hat ihre sehr eigene
Gruppendynamik. Und in dieser Mannschaft mit sehr, sehr vielen wirklich netten Menschen hat sich keine richtige Flamme entzündet."
Die Zukunft auf diesem Gebiet liege in einer Zweiteilung: ein individueller Mentaltrainer müsse
ergänzt werden durch einen Teammentaltrainer. Henze und Thorhold, die am Bruchweg in der Zweiten Liga vorerst nicht mehr finanzierbar sind, werden weiterziehen. Gespräche laufen.
Reinhard Rehberg - Foto: Archiv
BILD Mainz Wiesbaden | 12.April 2007
FUSSBALL: Seelen Klempner wieder da
Viele Spieler schwören auf ihre Hilfe: die Seelen-Klempner Albrecht Henze und Steffen Thorhold.
Nicht neu: Mittwochs bis freitags “rücken” sie die Köpfe der 05-Profis in Mainz zurecht. Meist erfolgreich. Deshalb lies Klopp sie auch extra noch in den Westerwald einfliegen. Das Schalke
-Spiel, der Druck, die Nerven - ein Fall für Henze und Thorhold
Sport Bild Nr. 08 | 21. Februar 2007 | Seite 12
Bundesliga | Thema der Woche: Tricks im Abstiegskampf
. . . Jeden Mittwoch bis Freitag sind die beiden Mentaltrainer Albrecht Henze und Steffen Thorhold bei
der Mannschaft [FSV Mainz 05]. Ihre Masche: Zuhören statt reden - und nichts davon Trainer
Jürgen Klopp erzählen. Thorhold: “Die Basis der Gespräche ist absolute Vertraulichkeit.” Es wirkt: Mainz holte 13 von 15 möglichen Punkten in der Rückrunde. . . . von Dietmar Gessner
uefa.com Magazin | Freitag, 16. Februar 2007
Mainz wie Phönix aus der Asche
Von Christian Parth
... Traumfußball gegen Cottbus Bisher sieht es in der Tat gut aus für das Vorhaben, am Ende der Saison mindestens auf dem 15.
Tabellenplatz zu stehen. In der laufenden Rückrunde holten Trainer Jürgen Klopp und sein Team zehn Punkte in den vergangenen vier Spielen. In der Tabelle rangieren sie auf Platz 14. Und nicht
nur das: Beim 4:1-Sieg gegen Energie Cottbus zeigte das Team, dass es auch ansehnliche Kombinationen spielen kann. Für die meisten Experten ist das eine Überraschung. Denn nach der
Hinrunde war Mainz als sicherer Abstiegskandidat in aller Munde. Ihr Spiel war Augenschmerz bringendes Gekicke, die Hintermannschaft ein klaffendes Loch und die Stürmer eine
fleischgewordene Ladehemmung.
Psychologie an der Costa Ballena Die Mutation des 1. FSV Mainz 05 geschah in der Winterpause. Klopp fuhr mit seinem Team ins
Trainingslager an die spanische Costa Ballena und entschied sich, dort mit klinsmannschen Methoden zu arbeiten. Neben Slalomdribblings und Taktikschulung stand das Reden im
Mittelpunkt. Gesprächspartner waren die beiden Mentaltrainer Steffen Thorhold und Albrecht Henze. Ihre Technik: "Win Power“. Das hat nichts mit gruppendynamischen Rafting oder
Angstüberwindung im Klettergarten zu tun.
Hirnarbeit, die Früchte trägt Die Methode beruht auf Neurophysiologie und -biologie. "Es ist ein Gespräch, in dem wir zu 80
Prozent Fragen stellen. Dabei wird viel mit Visualisierung gearbeitet, also dem Aufrufen innerer Bilder“, sagt Henze. Komplexe Hirnarbeit, die Früchte trägt. Torwart Dimo Wache hatte seinen
Stammplatz in der Hinrunde an Stefan Wetklo verloren. In der Winterpause wälzte Wache Psychobücher bei einem "guten Glas Rotwein“. Danach blieb er immerhin drei Spiele ohne
Gegentor. Von Mittwoch bis Freitag stehen die Mentaltrainer den Spielern nun auf freiwilliger Basis zur Verfügung.
Zündende Neueinkäufe Allein auf die Psychologie wollte sich die Vereinsführung allerdings nicht verlassen. Manager
Christian Heidel etwa hatte eingesehen, dass die Abgänge von Michael Thurk und Antonio da Silva vor der Saison die Mannschaft deutlich geschwächt hätten. Auf der Suche nach neuem
Material griffen die Mainzer auch auf Altbewährtes zurück. Neben dem Rumänen Marius Niculae und dem dänischen Mittelfeldspieler Leon Andreasen verpflichteten die Rheinhessen den
Kolumbianer Elkin Soto und holten sich schließlich noch Mohamed Zidan zurück, der beim SV Werder Bremen chancenlos geblieben war.
Die Wiederauferstehung Zidans Mainz hatte damit ein glückliches Händchen. ...
Quelle: http://de.uefa.com/magazine/news/kind=4194304/newsid=507126.html
BILD-SPORT | 9. Februar 2007
Mental-Trainer Klopps Mental-Trainer Steffen Thorhold und Albrecht Henze schauten gestern beim Training
vorbei. Wie BILD berichtete, arbeiten die ab sofort von mittwochs bis freitags mit den Spielern (auf freiwilliger Basis) zusammen. von Mirko Frank, BILD
Frankfurter Rundschau | FR-online.de Sport | 05.02.2007
"Das war Weltklasse, Dimo"
Der mental runderneuerte Mainzer Torwart hält in Frankfurt den Punkt fest / Zidans Wunderheilung verhilft zu Schwung nach vorn
VON JAN CHRISTIAN MÜLLER
Jeden Mittwoch- und Donnerstagnachmittag stehen die Mentaltrainer Steffen Thorhold und
Albrecht Henze den Mainzer Bundesligaprofis für Gespräche zur Verfügung. Das erst in diesem Jahr aufgelegte Angebot stößt auf reges Interesse. Auch bei Dimo Wache. Es ist nicht leicht zu
ergründen, warum ein Spieler in ein Leistungsloch gerät und dort mitunter gestärkt wieder herauskrabbelt. Aber im Fall des Mainzer Torwarts, der zum Ende der Hinrunde seinen
Stammplatz an Christian Wetklo verloren hatte, könnte der Einfluss der Wissenschaftler eine gewichtige Rolle gespielt haben. Er habe die Winterpause "extrem dazu genutzt, in die Bücher zu
gehen", berichtete Wache, oftmals auch bei einem "guten Glas Rotwein mit meiner Frau vorm Kamin". Alkohol kann also durchaus leistungsfördernd sein - in Maßen und zum richtigen
Zeitpunkt.
Am Samstag in Frankfurt war Wache nämlich zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen erheblich mitverantwortlich dafür, dass Mainz 05 nun schon im dritten Spiel in Folge kein Gegentor
kassierte. ... weiter: http://digbig.com/4rhek
Rhein-Main Presse - Allgemeine Zeitung | 12.01.2007
Ohne Couch und New-Age-Musik
Albrecht Henze und Steffen Thorhold pflegen als Mentaltrainer das Gespräch mit den Spielern
upg. Um gleich alle Missverständnisse auszuräumen: Im Zimmer 3018 des Hotels Barcelo steht
keine Couch, im Hintergrund läuft keine New-Age-Musik und es wird auch nicht mit irgendwelchen Pendeln herumhantiert oder wie einst bei Christoph Daum barfuß über Glasscherben gelaufen.
Dafür wird geredet, viel und lang. Rund zwei Stunden dauern die Einzelgespräche, die Albrecht Henze und Steffen Thorhold mit Fußballprofis des FSV Mainz 05 führen. Die beiden Mentaltrainer
wollen ihren Teil zu dem beitragen, was Trainer Jürgen Klopp als den "Neustart" in die zweite Saisonhälfte ausgegeben hat.
"Win Power" nennt Henze die von seinem Unternehmen "sport and life" über zwei Jahre entwickelte Methode, eine auf Hochleistungssportler zugeschnittene Mixtur verschiedener
Übungen, die auf Denk- und Verhaltensforschung basieren. "Unsere Aufgabe ist die Optimierung der mentalen Fitness", nennt Henze seine Ziele. Mit Psychologie habe das Ganze nichts zu tun,
vielmehr gründe sich "Win Power" auf Neurophysiologie und -biologie. "Beim Mentaltraining wird
oft noch mit Methoden der 60er Jahre gearbeitet. Aber heute wissen wir, dass das Gehirn viel komplexer arbeitet."
Seit ein paar Monaten hat das Duo Kontakt zu Klopp, der die Methode im Selbstversuch studiert hat und sie nun im Trainingslager in Costa Ballena seine Kicker auf freiwilliger Basis erproben
lässt. "Ehrlichkeit und Vertrauen sind extrem wichtig", sagt Henze. Was hinter verschlossenen Türen besprochen wird, bleibe dort; auch wollen die beiden Mentaltrainer ihre Methoden nicht
näher erläutern, damit alle Profis unvoreingenommen kommen. Nur so viel verrät Henze: "Es ist ein Gespräch, in dem wir zu 80 Prozent Fragen stellen. Dabei wird viel mit Visualisierung
gearbeitet, also dem Aufrufen innerer Bilder."
"Erstes Ziel ist das Beseitigen von schwächenden Faktoren, von mentalen Hemmnissen", ergänzt
Henze und erläutert dies an einem Beispiel. Ein Formel-1-Fahrer, der mehrfach aus derselben Kurve geflogen sei, fahre diese beim nächsten Mal unbewusst langsamer an, glaube jedoch
selbst, er gebe weiter Vollgas. "Solche Vermeidungsreflexe des Gehirns sind nicht bewusst steuerbar", erläutert Henze. Und genau dort setze "Win Power" an.
Auf Fußball übertragen heißt das: Ein gerade erst genesener Spieler zieht im Zweikampf zurück, "obwohl er das nicht will". Beim Torwart bleibt jeder Fehlgriff hängen, Verantwortung für
vergebene Torchancen wird zur Last. "Um diese vielen Erlebnisse des vergangenen Halbjahres geht es in den Gesprächen", berichtet Thorhold. "Wir fragen: Warum gehen die Köpfe so schnell
runter?" Erst wenn diese Blockaden weg seien, beginne das eigentliche Mentaltraining.
Erfreut haben beide das große Interesse der Mainzer Spieler registriert. "Es ist erfreulich, wie viel
sich die Spieler mit so etwas schon beschäftigt haben. Im Leistungssport wird mittlerweile sehr offen mit so etwas umgegangen", meint Thorhold, und Henze ergänzt: "Die Profis sind bereit,
alles an sich zu verbessern. Sie sind sehr filigrane Wesen, der Druck ist enorm, sie erleben viel
mehr Höhen und Tiefen als andere Menschen." Ihre "mentale Verletzungsgefahr" - auch durch Pfiffe oder öffentliche Kritik - sei viel größer. Quelle: http://digbig.com/4qtdj
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Frankfurter Neue Presse Online:
... Um sich vom Ballast der Vorrunde mit nur einem Sieg zu befreien, haben die Mainzer mit Albrecht Henze und Steffen Thorhold erstmals zwei Mentaltrainer
im Betreuerstab. «Da kann man sich mal alles von der Seele quatschen», meinte Klopp und freut sich, dass die von ihm initiierte und vom Team mit getragene Neuerung angenommen wird.
Henze und Thorhold wollen mit dem von ihnen entwickelten «Win-Power- Prinzip» die nach der katastrophalen Vorrunde mit nur 11 Punkten psychisch blockierten Fußballer aus ihrem Tief
befreien. Gelingt dies, sind die Psychologen sicher, dass die Mainzer selbstbewusster und selbstsicherer auftreten; wieder ein Siegerteam werden.
Klopp hatte den Einsatz der
Mentaltrainer gut vorbereitet. Unter anderem hatten zwei Spieler noch vor dem Trainingslager Probestunden bei Henze und Thorhold. Ihre positiven Erfahrungen führten zum Okay der
Mannschaft ... Kompletter Bericht: http://digbig.com/4qtde
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Allgemeine Zeitung:
05er erstmals mit Mentaltrainern
Team sprach sich für zusätzliche Betreuung aus
Vom 10.01.2007 upg. Kaum ein Bewohner des Hotels Barcelo in Costa Ballena hat dieser Tage so viele Termine wie Albrecht Henze und Steffen
Thorhold. Die beiden Mentaltrainer begleiten die Fußballprofis des FSV Mainz 05 im Trainingslager - ein Novum beim Erstligisten.
,,Wir trainieren den Körper,
wir betreuen die Spieler medizinisch, und jetzt versuchen wir eben, auch diesen Bereich durch Spezialisten zu versorgen", begründete Trainer Jürgen Klopp das
Experiment, für das sich das Team ,,selbstständig und allein" ausgesprochen habe. Klopp hatte das Duo während der Rückrunde 2005/06 über einen Bekannten kennen
gelernt, sich mit dem Thema vertraut gemacht und auch mit Hans-Dieter Herrmann, dem Mentaltrainer der Nationalmannschaft, gesprochen.
Dann vermittelte er Henze
und Thorhold probeweise an zwei seiner Spieler. ,,Das Echo war sehr positiv, die waren hellauf begeistert", berichtete Klopp. Daher beschloss er nun mit dem
erweiterten Mannschaftsrat, mit dem er sich in Costa Ballena täglich trifft, den Versuch auszuweiten. Viele Einzelgespräche sollen folgen, alles auf freiwilliger
Basis. ,,Wir wollen individuelle Ansatzpunkte finden und daran arbeiten", hofft Klopp. ,,Vielleicht hilft es den Jungs, einige Dinge klarer anzugehen, als das
zuletzt der Fall war." Quelle: Allgemeine Zeitung / Link: http://digbig.com/4qtdg
Rhein Zeitung Online:
... Spieler, in deren Köpfe die schweren Misserfolgsmonate tiefe Kerben geschlagen haben
Das wird im normalen Leben kaum erkennbar sein. Auch hier im Trainingslager des FSV Mainz 05
in Andalusien laufen keine Psychowracks durch die Gegend. Im Gegenteil. Die Spieler wirken
sehr konzentriert, dabei aber immer auch fröhlich. Doch die Frage lautet: Was passiert, wenn
am Stichtag der VfL Bochum mit 1:0 in Führung geht? Macht es dann kollektiv peng, die dunklen
Erinnerungen an die Vorrunde brechen umgehend durch, ein "Das-wird-wieder-nix-Gefühl"
breitet sich aus, und die prinzipiell mit einem guten Teamgeist ausgestattete Mannschaft zerbröselt wie zuletzt beim 0:4 gegen den FC Bayern?
Düstere Reflexe aufknoten
Kann man dem gegensteuern unter der Maßgabe, dass sich zuvor keine neuen
Erfolgserlebnisse in Extremsituationen sammeln lassen? Ein Freund hat Jürgen Klopp auf diese
Spur gebracht. Düstere Erinnerungsreflexe lassen sich bearbeiten, aufknoten, beseitigen. Die
Traumaforschung in den USA, die Arbeit mit Unfallopfern, die teilweise grauenhafte Bilder
langzeitgespeichert haben, hat neue wissenschaftliche Ergebnisse gebracht. Und neue Methoden der Aufarbeitung.
...
Klopp hatte die in Deutschland noch immer mit Argusaugen betrachtete Maßnahme intern gut
vorbereitet. Zwei Spieler nahmen bei Henze/Thorhold noch vor dem Trainingslager je zwei
Probestunden. Die Erfahrungen trugen sie in der Gruppe vor. Die Mannschaft besprach sich und
ließ den Chefcoach wissen: "Okay, wir machen das." Zuvor hatte sich Klopp noch eingehend bei
Dr. Hans-Dieter Hermann, Jürgen Klinsmanns begleitender Psychologe bei der WM 2006, erkundigt. Hermann kannte den Ansatz von Henze/Thorhold. Die Einschätzung des
Psychologen: "Das in Ordnung, das kann man machen, das kann helfen." ...
Das Grundgedanke fußt auf den Erkenntnissen der Denk- und Verhaltensforschung. "Wir haben
uns überlegt, wie diese Erkenntnisse auf den Hochleistungssport übertragen werden können",
erklärt Henze. Der Ansatz ist das moderne Wissen über die Gehirnfunktionen, über die
konditionierten Reflexe, über codierte nicht aufgearbeitete Rückstände, die im limbischen
System, verantwortlich für unsere Emotionen, lokalisiert worden sind. Diese negativen Bilder,
Überzeugungen, Glaubenssätze sind programmiert. Das ist Energie, die sich im und über den
Körper entlädt. Die Mentaltrainer nennen das einen "schwächenden Konflikt", in den USA
erstmals beschrieben in der Arbeit mit zurückkehrenden VietnamKämpfern. Letzteres mag
übertragen auf den Sport etwas übertrieben klingen, die Auswirkungen des "schwächenden
Konflikts" sind letztlich aber vergleichbar. Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit leiden unter codierten Hemmnissen und Blockaden.
Wo steckt eine Blockade?
Daran arbeiten Henze und Thorhold mit den 05-Profis. Wo steckt eine Blockade, wie tief sitzt die
, ist sie verbunden mit anderen Hemmnissen? Diese Knoten sollen analysiert, bearbeitet und
dauerhaft aufgelöst werden. "Und dann verändert sich das Verhalten des Spielers, auf dem
Platz und außerhalb", sagt Henze. Die Mentaltrainer versuchen, diese Vermeidungs- und
Erinnerungsreflexe zu neutralisieren. 0:1 in Bochum in der 14. Minute. Und den Spielern
schießen nicht in Sekundenschnelle die individuell erlebten und eine kollektive Wirkung
erzielenden vermaledeiten Bilder aus der Albtraum-Vorrunde in den Kopf. Sondern die
Mannschaft bleibt gelassen und ruhig. Konzentriert auf die nächste Gelegenheit, das 1:1 zu
erzielen. So, wie das Mannschaften pflegen, die vor Selbstvertrauen und Abgeklärtheit strotzen.
Die Methode, die Antworten zu finden sucht auf die Frage, wieso Misserfolgserlebnisse gerade
Hochleistungssportler derart nachhaltig negativ in ihrer Leistungsfähigkeit behindern, wollen
Henze/Thorhold nicht im Detail erläutern. "Wir haben aus sieben, acht verschiedenen mentalen
Trainingsmethoen eine eigene Methode zusammengebaut für die Arbeit mit Sportlern", sagt
Henze. "Das Echo ist bis jetzt absolut positiv", sagt Jürgen Klopp. ... "Es ging in unserer
extremen Situation einfach darum, auch den mentalen Bereich möglichst optimal zu versorgen.
Das hat nicht die Wirkung einer Spritze. Aber es kann dafür sorgen, dass die Spieler viele Dinge wieder mit klarerem Kopf, einfach befreiter angehen können."
Reinhard Rehberg Quelle: http://rhein-zeitung.de/on/07/01/11/sport/r/mainz-1.html?a

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